Was ist das AIRlab und wer steckt dahinter?

Was ist das AIRlab und wer steckt dahinter?

Das AIRlab ist kein gewöhnliches Schullabor. Auf knapp 300 Quadratmetern – verteilt auf zwei Etagen mit einer beeindruckenden Raumhöhe von acht Metern – hat der Verein robo4you unter der Leitung von Dr. Michael Stifter einen Ort geschaffen, der Makerspace, Hackerspace und Forschungslabor in einem ist. Das Untergeschoss bietet Raum für Bodensysteme, Drohnen und Softwareentwicklung, das Obergeschoss beherbergt einen modernen Schulungsraum sowie eine Galerie, von der aus Drohnen auf dem vollen acht Meter hohen Raumvolumen fliegen können.

Professionelle 3D-Drucker, Industrieroboter, LiDAR-Sensoren, Tiefenkameras, eigene Server-Cluster sowie eine ganze Flotte von Drohnen stehen den Teams rund um die Uhr zur Verfügung.

Am Anfang gab es eine Idee, ein paar Zeilen am Computer, nun ist das AIRlab Realität und schafft das bisher Unmögliche.“ – Dr. Michael Stifter, Gründer & Vorstand, robo4you

Eine Erfolgsbilanz, die weltweit ihresgleichen sucht

Man muss die Zahlen zweimal lesen, um sie zu glauben: 12 Weltmeistertitel. 28 Europameistertitel. Keine andere Schule weltweit hat beim Botball-Wettbewerb, einem der ältesten und renommiertesten Robotik-Formate der Welt, so oft triumphiert wie die Teams aus Wiener Neustadt. Der Bewerb findet seit über 30 Jahren statt und stammt aus den USA, dass eine österreichische HTL darin zur dominierenden Kraft wurde, ist das Ergebnis von zwei Jahrzehnten konsequenter Arbeit, technischer Exzellenz und einer Menge Leidenschaft.

2009, beim ersten RoboCup in Österreich überhaupt, gewannen die Schülerinnen und Schüler den Titel „Rookie of the Year“.

Beim Botball-Wettbewerb treten vollständig autonome Roboter gegeneinander an. In exakt zwei Minuten müssen sie Objekte erkennen, manipulieren und transportieren. Jedes Jahr ein neues Thema, ein neues Game-Document, das weltweit gleichzeitig veröffentlicht wird. Alle Teams beginnen bei Null.

Bronze bei der VEX AI Weltmeisterschaft 2025

Bronze bei der VEX AI Weltmeisterschaft 2025

Seit zwei Jahren hat robo4you einen zweiten Wettbewerbsschwerpunkt erschlossen: VEX AI – der erste schulische Robotikwettbewerb weltweit, bei dem Künstliche Intelligenz und vollständige Autonomie der Roboter im Mittelpunkt stehen. Kein Mensch greift ein. Die Maschinen entscheiden selbst mittels Kameras, KI-Algorithmen und Sensorfusion.

Bei ihrer ersten Teilnahme an der VEX AI World Championship 2025 in Houston, Texas, nahe dem NASA Space Center, holten Itmam Alam, Akos Papp, Lukas Rosenbichler und Timon Koch den dritten Platz unter 50 Teams aus aller Welt.

Das Spiel des Jahres hieß „High Stakes“. Zwei kooperierende Roboter pro Team, ein 3,6 mal 3,6 Meter großes Feld, zwei Minuten Zeit. Die Roboter sammelten farbige Ringe ein, platzierten sie auf neun frei verschiebbaren Säulen, manövrierten die Säulen in Punktezonen und erklommen zum Abschluss eine Leiter. Alles autonom. Computer Vision, Echtzeit-Entscheidungsfindung, simultane Lokalisierung. Das Niveau liegt weit über dem, was man gemeinhin mit Schulrobotik verbindet.

VEX AI wächst schnell. Beim Start des Bewerbs zählte die Weltmeisterschaft zwölf Teams. Heute sind es 70.

Nächste Station: UC Berkeley, 12. Juni 2026

Die Bühne wird größer. Am 12. Juni 2026 findet die VEX AI Skills Competition World Finals an der University of California, Berkeley statt. Diese Universität ist eine der renommiertesten der Welt. robo4you ist qualifiziert und fährt mit dem Ziel dorthin, an den Bronzeerfolg von Houston anzuknüpfen.

Eine Investition in die Zukunft

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Teams von etwa sechs Personen, übernehmen eigenverantwortlich Aufgaben und betreiben strukturiertes Projektmanagement. Jeden Freitag treffen sie sich in ihrer Freizeit, um zu tüfteln und zu forschen. Parallel schreiben sie wissenschaftliche Paper nach IEEE-Standard, die von internationalen Jurys bewertet werden und in die Gesamtwertung einfließen. Sie lernen, wie Recherche funktioniert, wie man eine Methodology beschreibt, wie man zitiert.

 „Unsere Teams wissen, wie Forschung funktioniert.“, meint Dr. Stifter.

Die Schüler:innen lernen keine abstrakten Fähigkeiten. Sie lernen genau jene Kompetenzen, die in technischen Berufen gefordert werden: Probleme strukturieren, im Team denken, Verantwortung übernehmen, mit Rückschlägen umgehen.

Das AIRlab kooperiert auch mit der Industrie. Ein laufendes Projekt befasst sich mit automatisierter Fassadenreinigung durch Roboter, ein weiteres mit Indoor-Navigation für Baurobotik auf zwei Millimeter genau. Dazu ein Hybrid-Positionierungssystem in Zusammenarbeit mit einer kanadischen Firma.

Mehr als Roboter: Eine Gemeinschaft, die wächst

Mehr als Roboter: Eine Gemeinschaft, die wächst

robo4you zählt heute über 40 aktive Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 800 Absolventinnen und Absolventen, die aus dem Programm hervorgegangen sind. Viele von ihnen sind noch immer Teil des Vereinsnetzwerks. Ehemalige Teams nehmen an internationalen Drohnenwettbewerben teil, etwa dem A2RL in Dubai. Das Netzwerk ist lebendig und wächst.

Der Verein kooperiert mit mehreren Mittelschulen in der Region und vermittelt schon Zehnjährigen die Grundlagen der Drohnenprogrammierung. robo4you ist auch vom Bundesministerium als Leading School im Bereich Science Clubs ausgezeichnet.

Mädchen in der Technik? Auch das ist ein Thema, das Dr. Stifter adressiert: „In Amerika sind 35 Prozent Maschinenbau-Studierenden weiblich. In Österreich sind es fünf Prozent. Was machen wir anders?“ robo4you sucht aktiv nach Antworten darauf.

Ich war selbst im AIRlab und habe gesehen, was die Schülerinnen und Schüler dort leisten. Da war schnell klar, dass wir dieses Projekt unterstützen möchten. Was Dr. Stifter dort aufgebaut hat, ist bemerkenswert: Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Freizeit forschen und dabei sichtlich Spaß haben.“ – Rainer Bader, COO von bds

 

Bereit für die WM in Berkeley

Am 12. Juni treten die Teams von robo4you in Berkeley an.

Wir bleiben an diesem Projekt dran und werden in einem eigenen Beitrag berichten, wie die Weltmeisterschaft für robo4you ausgegangen ist.

Wir drücken den Teams ganz fest die Daumen!

Mehr Informationen zu robo4you und dem AIRlab:
robo4you.at | robo4you.at/airlab

Rainer Bader, COO von bds, Michael Stifter, Vorstand von robo4you

Rainer Bader, COO von bds, Michael Stifter, Vorstand von robo4you